Neuenbrooker
Liedertafel

von 1873 e. V. bis 2016

 

 

 

Die Neuenbrooker Liedertafel wurde im Jahr 1873 gegründet und wurde im Jahr 2016 leider aufgelöst.

Ihr gehörten  32 Sänger inklusive des Dirigenten an. Unterstützt

 

Aus der Geschichte des Chores

 

Sangesfreudige Männer aus Neuenbrook, Rethwisch, Steinburg, Grevenkop, Muchelndorf und Dägeling gründeten 1873 den Chor. Aus den ersten Mitgliederlisten ersieht man, dass er im Durchschnitt 23 aktive und 70 fördernde Mitglieder zählte. Die meisten Aktiven waren Bauern, aber auch Handwerker wie Müller, Bäcker, Schmiede gehörten ihm an. Gesungen wurde nur im Winter. Die Sangesfreudigkeit war groß: Allen auswärtigen Mitgliedern und dem ersten Dirigenten aus Krempe war der Fußwegn ach Neuenbrook nicht zu weit.

 

Die Satzung, die sich der Chor gab, zeugt von dem Ernst, mit dem die Mitglieder das Singen betrieben:

Pünktliches und regelmäßiges Erscheinen war Pflicht. Auch war an den Singabenden jegliches Kartenspieluntersagt. 46 Jahre lang, von der Gründung bis 1919, leitete der Amtsvorsteher Wieckhorst als Vorsitzender die Geschicke der Liedertafel.

Die Tätigkeit des Chores war rege. Bereits im ersten Jahr nach der Gründung, am 18. Feb. 1874, fand die erste Veranstaltung statt. In den folgenden Jahren wurden örtliche Festlichkeiten von Gesangsdarbietungen umrahmt, eigene Sängerfeste abgehalten und auswärtige besucht. Früh zeigte sich das Bestreben, sich mit anderen Chören zu Chorgemeinschaften zusammenzuschließen.

Am 13. Juli 1884 fandi n Kollmar ein Sängerfest der „Vereinigten Liedertafeln zu Borsfleth, Krempe, Neuenbrook und Kollmar“ statt.

 

Dieser Gemeinschaftsgedanke wurde am 1. September 1971 wieder neu aufgegriffen und die „Chorgemeinschaft Krempermarsch“ ins Leben gerufen. Ihr gehörten die Chöre Borsfleth, Krempe, Süderau und Neuenbrook an.

Vorübergehend war die Liedertafel Mitglied des Niedersächsischen Sängerbundes.

Seit 1948 gehört siedem Sängerbund Schleswig Holstein an und somit auch dem Deutschen Chorverband.

 

Die Sangestätigkeit ist, mit Ausnahme des zweiten Weltkrieges, ununterbrochen aufrechterhalten worden. Sogar während des ersten Weltkrieges, als von 25 Aktiven zehn im Heeresdienst standen.

Auch die schweren wirtschaftlichen Nachkriegsjahre wurden überstanden.

Auf sie weisen die Protokolle besonders hin:

Der Dirigent erhält für den Übungsabend 50,- Mark, später 5 Pfd. Weizen. Der Preis der angeschafften Liederbücher beträgt 12,50 Dollar. Der Dirigent erhält für dieZeit vom 01.04.1923 bis 31.03.1924 drei Zentner Weizen, Lieferzeit: 1 Zentner sofort, 1 Zentner zu Weihnachten, 1 Zentner zum 01.03.1924.

 

1925 wurde das Vereinsgebiet auf die Gemeinde Neuenbrook beschränkt, doch freundschaftliche Beziehungen wurden weiterhin zu den Nachbarvereinen der Krempermarsch, wie auch zu denen der nördlichen Geest gepflegt.

 

Am 10. Juni 1923 nahmen am 50-jährigen Stiftungsfest 17 auswärtige Vereine teil.

Das 60jährigeStiftungsfest wurde am 11. Juni 1933 im Pastoratsgarten im kleinen Rahmen mit Nachbarvereinen begangen.

 

Im Herbst 1946 wurde von ehemaligen und neu eingetretenen Sängern die Tätigkeit des Chores wieder aufgenommen.

 

Das für 1948 vorgesehene 75-jährige Stiftungsfest musste wegen der Währungsreform um

1 Jahr zurückgestellt werden. Es wurde dann im bescheidenen Rahmen gefeiert. Lediglich die beiden örtlichen Vereine, der Kirchenchor, und der „Chor der Liederfreunde“ (Chor der Ostvertriebenen) waren eingeladen.

Ein großes Sängerfest fand am 07. Juni 1953 aus Anlass des 80-jährigen Bestehens statt.

12 Vereine aus Itzehoe, der  Krempermarsch und der nördlichen Geest nahmen daran teil.

 

Anlässlich des 100-jährigen Bestehens am 26. Mai 1973 wurde auf dem Hof von Paul Ahrens ein großes Fest veranstaltet. 12 Chöre mit rund 400 Sänger gaben sich die Ehre. An diesem Tag wurde auch die neue Vereinsfahne geweiht.

 

Am 29.05. 1983 wurde zum 110jährigen Geburtstag ein Sängerfrühschoppen im Festzelt, dass zum Jubiläum der Dorfgilde Neuenbrook aufgestellt war, veranstaltet.

 

Zum 13.02.1990 wurde eine Neufassung der Satzung mit dem Zusatz „e.V.“ im Vereinsregister vom Amtsgericht eingetragen und der Chor hat seitdem den Status der Gemeinnützigkeit.

Die Liedertafel feierte ihr 125jähriges Jubiläum am 28.06.1998 in der Mehrzweckhalle und auf dem Schulhof in Rethwisch. 250 Gäste und 7 Chöre feierten diesen Ehrentag gebührend.

Nie hat der Verein, auch nicht in der heutigen hektischen Zeit, das Ziel aus den Augen verloren, im ländlichen Bereich die Freude am volkstümlichen Chorgesang zu erhalten. Leider musste sich der Chor im Jahr 2016 auflösen, da nicht mehr genügend Sänger vorhanden waren.

 

Die Vereinsfahne

 

Zur Liedertafel gehört natürlich auch eine Vereinsfahne.

Von 1873 bis 1973 hatte die alte Fahne ihren Dienst getan und wurde dann in den Ruhestand versetzt.

Die neu Fahne wurde am 26. Mai 1973 vom damaligen Vorsitzenden des Sängerkreises III, Karl Wittig aus Pinneberg, geweiht.

Auf der neuen Fahne steht, wie auch schon auf der alten Fahne, der Spruch

„Treu dem Lied in Freud und Leid“

 

Die Zelterplakette

 

Im April des Jahres1973 wurde dem Chor die Zelterplakette verliehen.

Diese Plakette wird nur an Chöre vergeben, die über 100 Jahre alt sind und in den letzten 5 Jahren besonders aktiv tätig waren.

 

Der Chorleiter

 

Entscheidend für die Entwicklung des Chores war unser langjähriger Dirigent Robert Bär. 50 Jahre hatte er den Taktstock in der Hand und dirigieret und übte erfolgreich mit den Bässen und den Tenören.

 

 

 

 

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